Was man beim Kauf von Konzerttickets beachten sollte

Beim Kartenkauf kann nicht selten etwas schiefgehen. Daher hier ein paar Tipps, mit denen ihr etwas besser gerüstet seid.

Wo sollte ich meine Tickets kaufen?

Nur bei offiziellen Tickethändlern! In Deutschland sind das online vorrangig: Eventim, Ticketmaster, Tickets.de oder Konzertkasse.de. Meist an Eventim angeschlossen sind lokale/regionale Ticketwebsites, wie etwa die mdr Ticketgalerie.
KAUFT NICHT BEI VIAGOGO! Das ist KEIN Ticket Vendor, das ist ausschliesslich ein Secondary Market – also eine “Schwarzhandels”-plattform. Hier verkaufen andere Leute Tickets, zu streckenweise völlig überteuerten Preisen und Viagogo kassiert mit in meinen Augen sittenwidrigen Gebühren obendrauf ab. Ein Ticket, das man für 23€ kaufen kann, kostet hier mal ganz fix das 10fache, ohne dass man es mitbekommt!

Dort ist aber alles ausverkauft!!

Dann warte auf einen Ticket Drop oder begib dich ausschliesslich auf die offiziellen Resellerplattformen. Derzeit bietet nur noch Eventim diese bei uns an, diese heißt Fansale. Auch hier kann der Preis sehr frech werden – aber man hat zumindest die Gewissheit, dass dieses Ticket echt ist. Man kann dort nur die verkaufen, die man selbst bei Eventim gekauft hat.
Ansonsten sieh dich in Foren und Gruppen der jeweiligen Band um. Fans untereinander zocken sich in der Regel nicht ab und geben Tickets zum “Face Value” also dem aufgedruckten bzw. tatsächlich bezahlten Preis weiter.

Wann sollte ich meine Tickets kaufen?

Das kommt auf den Künstler und auf die größe der Veranstaltung an. Es gibt Bands, da ist das erste festgesetzte Kontingent nicht selten nach 3min komplett ausverkauft, z.B. U2, Rammstein, Backstreet Boys oder viele aktuelle Charts-Künstler. Hier solltest du dich schlaumachen, ob es Pre-Sales gibt, die vor dem Public Onsale stattfinden. Im Deutschen ist das doppelt verwirrend, denn was gemeinhin als Public Onsale bezeichnet wird, heisst bei uns Vorverkauf. Der Pre-Sale wäre dann ein Vor-Vorverkauf.
Diese Pre-Sales erhält man möglicherweise durch den Besitz einer bestimmten Kreditkarte, ein Kundenkonto bei einem der Sponsoren/Partner (wie etwa die Telekom) oder vielleicht auch mit dem Erwerb eines Albums. Da gibt es dann Codes mit denen man über einen bestimmten Link in einem festgelegten Zeitraum Zugang zum Kartenkauf erhält. Natürlich gibt es hierfür nur sehr begrenzte Kontigente (also Kartenmengen), da der Großteil dann in den Public Onsale wandert.

Idealerweise folgt man seinen Lieblingskünstlern auf Facebook, Twitter oder Instagram. Sobald diese Tourdaten veröffentlichen, wird auch der Termin bekannt gegeben, ab wann Tickets zu haben sind. Dieses ist dann der öffentliche Vorverkauf. Manchmal gibt es dann noch kurzfristig Posts, wenn z.B. der Verkauf schon 1-2 Tage vorher freigeschaltet wird für ein erstes Kontigent, dann gibt es Direktlinks, mit denen man schon Karten kaufen kann.

Der Vorverkauf und auch die Pre-Sales beginnen in der Regel immer an einem Wochentag vormittags um 9 oder 10 Uhr. Wer Karten für ausländische Konzerte kaufen will – die Uhrzeit richtet sich nach der lokalen Zeit, wo das Konzert stattfindet. Kaufst du für New York, beginnt der VVK z.B. um 10 Uhr EST (Eastern Standard Time, die Zeitzone der Ostküste), das wäre dann 16 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.

Wenn es sich um weniger bekannte Künstler handelt, hat man meistens ein paar Wochen lang Zeit, auch bei kleinen Venues noch Tickets zu kaufen.
Für manche Veranstaltungen kann man sogar noch wenige Stunden vorher Tickets zum Ausdrucken zu kaufen – wenn diese verfügbar sind, gibt es aber auch welche an der Abendkasse.

Wie kaufe ich Karten zum Beginn des Vorverkaufs?

In der Regel Beginnt der VVK pünktlich zur angegebenen Zeit. Praktischerweise hat man eine Funkuhr, nach der man gehen kann. Und dann muss man einfach schnell sein.
Bei manchen Konzerten werden die Saalpläne erst nach 30 oder 60 Minuten freigegeben, man kann bis dahin nur eine bestimmte Kategorie wählen und die Kartenanzahl und das System sucht die angeblich besten Plätze heraus. Hier kann man nur zugreifen, wenn man sich im Venue auskennt und weiß, wo Block X Reihe Y Platz Z zu finden ist und ob man damit leben kann. Wenn nicht, löschen und von vorn anfangen. Oder einfach geduldig warten, bis der Saalplan freigegeben ist.

Noch vor einigen Jahren gingen dabei immer wieder Server ob des Ansturms in die Knie, das ist heute nicht mehr der Fall. Vorteile hat man jedoch trotzdem, wenn man eine verdammt schnelle Internetleitung besitzt. Stundenlange Warteräume gehören heute jedoch der Vergangenheit an. Nicht zuletzt auch, weil durch exklusive Pre-Sales und das Verteilen auf mehrere Vendors, die Last einfach zwangsweise aufgeteilt wird.

Trotzdem kann es vorkommen, dass die Seite hängt oder langsam ist. In diesem Fall kann man es über die App oder mobile Website probieren, da diese auf Geschwindigkeit und geringe Datenmenge ausgelegt sind. Da kommt man manchmal schneller zum Zug.

Sobald man Tickets im Warenkorb hat, hat man die Karten quasi reserviert und meistens um die 10 Minuten Zeit, den Kaufvorgang abzuschließen.

Was ist diese Ticketversicherung?

Diese dient dazu, dass du die Tickets zurückgeben kannst, wenn du selbst verhindert bist. Sprich, du brichst dir 1 Woche vor dem Konzert das Bein und liegst im Krankenhaus, dann kannst du von der Versicherung Gebrauch machen. Sie greift nicht bei höherer Gewalt – z.B. du gerätst in einen Schneesturm und kommst nicht rechtzeitig an. Wie risikofreudig man selbst ist, muss man abschätzen. Die meisten Tickets kann man noch weitergeben/verkaufen, wenn man wegen anderer Termine verhindert sein sollte, da man sie oftmals rechtzeitig erfährt.

Mist, ich habe die falschen Tickets gekauft!

Das ist schlecht. Prinzipiell gilt: das Fernabfragegesetz greift NICHT bei Eintrittskarten! Dieses sind Dokumente, die extra für dich gedruckt werden. Hier greift dieses Fernabfragegesetz nicht und du kannst sie nicht einfach 14 Tage lang zurückgeben. Das eigentlich erworbene Produkt bekommst du ja erst, wenn du in die Veranstaltung gehst. Und wie die qualitativ ausfällt, darauf hat der Tickethändler nun wirklich keinen Einfluss.

Wenn du es gleich merkst, dass du die falschen erwischt hast, kannst du Glück haben, dass du sie im Kundenkonto noch stornieren kannst. Bei digitalen und Selbstdrucktickets ist das aber nicht der Fall, da sie sofort als zugestellt vermerkt sind.
Mir ist das einmal mit E-Tickets passiert. Ich habe diese dann vor Ort noch weiterverkaufen können. Das klappt aber halt nur bei entsprechend begehrten Veranstaltungen. Im dümmsten Fall hast du dann einfach Pech gehabt.

Augen auf beim Ticketkauf: Prüfe dreimal ob Datum, Stadt und Platzangabe richtig sind, bevor du kaufst!

Das Konzert wurde abgesagt!

So etwas kann vorkommen. Wichtig ist hierbei: Der Tickethändler ist NICHT verpflichtet, dich frühzeitig oder eindringlich davon zu unterrichten. Denn diese erfahren das manchmal auch erst kurz vor knapp oder gar nicht und vor allem müssen diese zigtausende Veranstaltungen koordinieren. Die meisten versuchen es trotzdem, zeitnah die Käufer zu unterrichten.

Als Käufer bist du dafür verantwortlich, dich zu informieren, ob die Veranstaltung wie geplant stattfindet oder ob sie zeitlich oder räumlich verlegt wurde. Oder eben gar abgesagt. Auch was Restriktionen angeht, wie Beschränkungen des Venues bei Taschen oder Alter, obliegt deiner eigenen Informationspflicht. Gleiches gilt für medizinische Belange oder eventuelle Rollstuhlplätze und deren Begleitung oder den Ablauf hierfür.

Wird ein Konzert um Monate verschoben, erfüllen alle Vertragspartner mit dem neuen Termin ihre Vertragspflichten. Trotzdem besteht in der Regel die Möglichkeit, das Ticket zurückzugeben. Hierzu richten die Händler in der Regel ein Formular ein, über welches das abgewickelt werden kann. Oftmals reicht es auch, den Kundenservice anzuschreiben. Auch wenn eine massiv wichtige Änderung eintritt – wie etwa, dass Axl Rose plötzlich bei AC/DC singen soll – werden Tickets oft aus Kulanz zurückgenommen, da eine zugesicherte Eigenschaft nicht mehr gewährleistet ist.
Bei einer kompletten Konzertabsage, gibt man die Tickets ebenfalls auf einem derartigen Weg zurück.

Kosten für Anreise oder Hotel kann aber keiner geltend machen. Wer ein Hotelzimmer gebucht hat, was nicht stornierbar ist, der hat dann eben einfach in einen verdammt sauren Apfel gebissen. Hierfür kann aber weder der Veranstalter, Künstler, noch der Tickethändler etwas, da dieser nun wirklich keine Verantwortung dafür hat, von wo aus die Leute zum Konzert kommen.

Wie erfahre ich von einer Verlegung?

Wenn eine Veranstaltung räumlich verlegt wurde, ist das nicht unbedingt tragisch, da sie ja in der Regel in der gleichen Stadt bleibt. Eine Änderung der Location ist meistens dann der Fall, wenn die Nachfrage zu hoch ist, dann wird die Veranstaltung “hochverlegt” in eine größere Location. Das passiert mit genug Zeitabstand, so dass diese Information auch rechtzeitig bei den Käufern ankommt.
Wer sich unsicher ist, schaut am besten kurzfristig auf der Website des jeweiligen Venues nach, dort ist im Grunde immer die Information zu finden, ob etwas verlegt wurde.

Zusammenfassung

Wenn es Konzerte gibt, wo du ganz UNBEDINGT hinwillst, versuche dich über Pre-Sales zu informieren. Manche offizielle Fanclubs bieten hier Möglichkeiten für die Mitglieder an. Oder schau bei den Sponsoren nach, die die Konzerte präsentieren, ob du hier einen nutzen kannst.
Ansonsten verfolge aufmerksam die Informationen zur Tour und ab wann Tickets zu haben sind. Das kann man in der Regel auch beim jeweiligen Tickethändler lesen, sobald dieser die Konzerte listet.

Achte ganz genau darauf, dass du in der Konzertliste die richtige Stadt zum richtigen Datum anklickst. Prüfe im Warenkorb nochmal alles nach!

Eine Ticketversicherung ist praktisch, vor allem wenn das Konzert noch sehr weit in der Zukunft liegt und man nicht weiß, was sich bis dahin vielleicht ändern kann. Wirklich notwendig ist sie selten.

Informiere dich, ob die Veranstaltung wie geplant stattfindet. Das erfährst du beim offiziellen Tourveranstalter, der Location oder ggf. auch in den sozialen Netzwerken der Künstler.

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