Welche Kamera für Konzerte? – Tipps und Vorschläge

Wer häufig auf Konzerte geht, möchte oft auch ein paar Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Das Smartphone ist dafür nur sehr bedingt geeignet. Ich möchte euch gern ein paar Tips mitgeben, wie der Kameramarkt für Konzertfotos derzeit aussieht.

Akkreditierung

Wer akkreditiert ist, mit der Band befreundet oder aus anderen Gründen “alles darf”, kann sich natürlich mit dem besten Equipment ausstatten, welches verfügbar ist.
Das wäre dann eine DSLR (Digitale Spiegelreflex) mit möglichst lichtstarken Objektiven. An einem Spitzenmodell wie eine Canon EOS 5D Mark IV oder 1DX Mark II kann es auch mal lichtschwächer sein, den Rest erledigt die High ISO, die man bei diesen Kameras wirklich extrem ausreizen kann. Wichtig ist, dass man in RAW fotografiert, um so im Nachgang das Bestmögliche aus den Fotos zu machen.

Auch gängige Spitzenmodelle im DSLM Bereich wie die Canon EOS R oder die Sony Alpha 7II sind hier anzuführen. Was es an der lichtstarken Objektivauswahl fehlt, machen die Sensoren, High ISO und Bildqualität wieder wett.

als normaler Konzertbesucher

So etwas kann man als Ticketkäufer natürlich in der Regel nicht. Beim Mini-Gig in der Nachbarkneipe, wo die Kumpanentruppe aus dem Viertel spielt, wird sicher keiner was dagegen haben, solange man die massiven Optiken keinem auf den Kopf haut. Aber in der Regel sind Kameras bei Konzert verboten. Dies bezieht sich auf professionelles Equipment, welches in der Regel anhand von Größe und der Möglichkeit, wechselbare Objektive zu haben, ausgemacht wird.

Daher fallen hier Kameras wie DSLR, DSLM (spiegellose) und kleinere Systemkameras raus. Auch bei Bridgekameras wird es problematisch, da diese in der Regel so gross sind wie DSLRs und daher ebenfalls Professionalität unterstellt wird. Bridgekameras bilden das Bindungsglied zwischen kompakten Zoomkameras und DSLRs – sie verfügen über einen grossen Zoombereich, können jedoch das Objektiv nicht wechseln. In der Regel besitzen sie auch bessere Sensoren, als Kompakte.

Hier bleibt dann nur die Kategorie der Kompaktkameras übrig. Da hat der geneigte Käufer die Qual der Wahl:

Superzoom-Kameras

Alle Hersteller bieten kompakte Kameras mit großem Zoombereich an, der zwischen 20-30x liegt. Geworben wird hier nicht selten auch mal mit 50-60x Zoom, wobei zu beachten ist, dass es sich hierbei um Digitalzoom handelt, den man nicht nutzen sollte. Dieser Zoom wird künstlich durch Wegschneiden per Software hergestellt. Das kann man also auch hinterher am Rechner selbst machen. Diese Kameras haben meist die in dieser Kategorie gängigen 2/3″ Sensoren.

Unter Superzoom oder Reisezoom fallen auch Kameras mit 10-15x Zoom, da sie immer noch einen sehr großen Zoombereich abdecken (Vergleich: ein lichtstarkes Standardobjektiv an einer DSLR mit 24-70mm deckt nicht mal 3x Zoom ab). In dieser Kategorie gibt es jedoch auch Kameras mit einen 1″ großen Sensor, der einige Vorteile bietet:
Das Rauschverhalten bei hohen ISO und schlechtem Licht ist deutlich besser. Da die oftmals gleiche Auflösung genutzt wird, wie bei den 2/3″ Modellen, werden die einzelnen Pixel mit mehr Informationen abgebildet und sorgen so für ein schärferes und detailreicheres Bild. Ein Vollformat-Sensor ist um das fast 8fache größer als diese.

Panasonic

Nicht alle Hersteller können alles gleichermaßen gut. Die beste Kombination habe ich persönlich bei den Travellerzooms von Panasonic gefunden. Die heute aktuellen Modelle TZ101 (10x mit 1″ Sensor), TZ91 (30x mit 2/3″ Sensor) und TZT202 (15x mit 1″ Sensor) besitzen eine tolle High-ISO-Engine und können im RAW Format aufnehmen. Hiermit hat man zwar größere Dateien, aber verfügt auch über deutlich mehr Bildinformationen. Ein leicht überbelichtetes Bild kann man so beim Entwickeln noch korrigieren. Hat man nur JPGs aus der Kamera, ist diese Bildinformation schlichtweg gelöscht, da die Kamera alles nicht benötigte einfach entsorgt.

Letzte Aktualisierung am 18.02.2019 / *Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Alle drei Kameras filmen in verschiedenen Formaten bis zu 4K und greifen dabei auch auf manuelle Einstellungen wie eine höher gedrehte ISO zurück. Ausserdem haben sie Touchdisplays, was das Fokussieren beim Filmen deutlich vereinfacht, da man mit einem Tipp auf einen Fokuspunkt den manchmal sehr eigenwilligen und krampfhaft suchenden Autofokus deaktviert – die Kamera kann so beim Filmen den Fokus nicht mehr verlieren. Gerade bei kurzen, raschen Lichtwechseln ist das nicht selten ein Problem.

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Canon

Bei Canon hat man zum einen die 1″ Kameras, hier sind G7XII und G1XII ganz vorn dabei, allerdings nur mit 4,2x bzw 5x Zoom.

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Dann bietet Canon jedoch auch eine 40x Zoom Kamera an mit einem 2/3″ Sensor, 20MP und 4K Video, womit sie in die Liga der TZ91 von Panasonic eingeordnet werden kann. Leider – und das ist ein wirkliches Manko – kann sie kein RAW Format. Denn die Lichtstärke bei 40x beträgt nur noch Blende 6, was schon sehr finster ist. Hier wäre ein RAW von sehr großem Vorteil, um das Bild mit wenig Verlust aufhellen zu können. Dafür hat Canon im Videobereich deutlich nachgebessert. Bisher gab es in dieser Produktreihe nur 25fps, jetzt gibt es auch 50fps. Auch sind verschiedene Qualitäten einstellbar.

Dafür ist sie beim Preis absolut unschlagbar im direkten Vergleich:

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Sony

Sony’s aktuelle Spitzenmodelle RX100 IV / V / VI verfügen nur über 3x optischen Zoom.

Bis zur HX90 haben wir die Kameras (HX10, HX20, HX50/60, HX90) zum Filmen genutzt, für Fotos waren sie leider nicht so prima geeignet.
Sony hat jetzt mit HX95 und HX99 zwei neue Modelle auf den Markt gebracht, leider kann ich zu den Fotoeigenschaften daher noch nichts sagen. Das Objektiv wurde augenscheinlich verbessert. Die Angabe beim Sensor ist identsich, Sony hält sich also absolut bedeckt, ob dieser neuer ist oder es sich um den identischen Sensor handelt. Auch die Auflösung ist gleich geblieben. Der Zoom ist von 30x auf 28x geschrumpft, die Lichtstärke ist dabei aber geblieben.
Es gibt jetzt ein Auto ISO, mehr Videoformate bis zu 4K. Ob das Display Touch hat, ist aus den technischen Daten nicht ablesbar.

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Nikon

Bei Nikon gibt es exakt eine Kamera, die mit 35x Zoom und 4K Video in diese Kategorie fällt. Frühere Modelle waren jedoch in Sachen Video qualitativ weit hinter der Konkurrenz zurück, wenn es um so “komplizierte” Motive wie Konzerte geht. Zum aktuellen Modell kann ich da momentan leider nichts sagen.

Preislich jedoch auch eine sehr interessante Alternative.

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Was kauf ich jetzt?

Ich gehe auf viele Konzerte und da ich mich ursprünglich als Konzertfotograf selbständig gemacht hatte und somit natürlich von meiner DSLR Ausrüstung verwöhnt bin, habe ich lange gesucht. Ich wollte auch manuelle Einstellungen, gute High ISO, RAW Format und gute Bildqualität. Nachdem ich einige Jahre die Sony HX Reihe genutzt habe zum Filmen, diese aber für Fotos wenig brauchbar sind, bin ich heute bei Panasonic gelandet.

Selber nutze ich die TZ101 und TZ91, würde mir aktuell jedoch die TZ202 kaufen. Muss ich aber nicht, solange die TZ101 tadellos ihren Job macht. Die TZ202 hat mit 15x Zoom und einem 1″ Sensor derzeit als einzige das beste aus beiden Welten. Großer Sensor und trotzdem schon ordentlich Zoom.

Diese Kameras kosten ein paar Mark mehr. Das sollte man natürlich beachten. Es lohnt sich also nur, wenn man wirklich regelmäßig auch einen Einsatznutzen für diese findet. Natürlich taugen sie auch hervorragend als Immerdabei-Kamera oder Reiseknipse, dafür wurden sie original entworfen.

Point & Shoot

Von einer Point & Shoot Kamera würde ich abraten. Die sind zwar preiswert, aber sie können nichts. Oft haben sie nur 1/8″ Sensoren, also noch kleiner, keine manuellen Einstellungen und würden vermutlich ständig losblitzen. Auch die Bildqualität im Konzert ist dann mehr schlecht als recht. Da die Kamera alles automatisch macht, ist sie von der Lichtsituation im Konzert einfach überfordert. Selbst mit Smartphones kann man das Bildergebnis oft mehr beeinflussen, als mit diesen “Knipsen”. Das wären Kameras, die in der Regel nicht größer sind als eine Zigarettenschachtel.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen zumindest etwas behilflich sein. Am Ende entscheidet trotzdem der persönliche Geschmack und wie man persönlich mit der Bedienung klarkommt.

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