Kiefer Sutherland – Leipzig Parkbühne, 9. Juni 2018

Es war ein ziemlich warmer Tag, als ich mit meinem besten Kumpel nachmittags am Clara-Zetkin-Park ankam. Wir saßen noch eine Weile am Auto herum, als ich plötzlich Töne aus dem Park vernahm. Offenbar machte jemand Soundcheck und wir beschlossen, hinzugehen.

Wir liefen etwas umher und standen eine Weile am Hintergang herum, als wir dort dann tatsächlich Kiefer erspähten. Oder besser jemanden, der so aussah. Ich fuhr den 30x Zoom der Kamera aus, machte ein Foto und zoomte das nochmal auf dem Display: Tatsache, Kiefer Sutherland. Hollywood steht gleich da vorn an der Tür.

Er verschwand wieder und wir standen einfach rum und unterhielten uns, während mein Kumpel Teile seiner Pizza vernichtete. Auf einmal steuerte ein jetzt anders angezogener Kiefer auf das Tor zu, vor dem wir standen und mir rutschte das Herz in die Hose.

Und plötzlich stand er vor uns, reichte mir die Hand und stellte sich höflich vor. Mir blieben Spucke und Sprache zeitgleich weg. Kiefer wollte eine Runde joggen gehen, irgendwie bekam ich dann raus, dass wir gern ein Autogramm möchten und fummelte unsere Tickets aus der Tasche.
Kiefer, hellauf begeistert, dass wir zum Konzert kommen, bedankte sich überschwenglich und kritzelte auf unsere beiden Tickets. Er wünschte meinem Kumpel dann noch ein “Enjoy your Pizza!” und verabschiedete sich mit einem “See you later!” und joggte davon.
Einige Minuten später, wir liefen Runden um die Parkbühne, kam er uns nochmal entgegengejoggt und winkte uns fröhlich zu “Hi!”

Währenddessen sassen auf den Stufen vor dem Eingang mehrere Damen mit ihren teilweise leicht genervt wirkenden Männern und warteten, dass sie in die erste Reihe kamen. Sie haben davon nichts mitgekriegt.

Los geht’s!

Wir stellten uns dann auch mit ins überdachte Portal, die Sonne war nämlich langsam unerbittlich auf dem Vorplatz angelangt. Als es zum Einlass kam, drängelten die besagten Damen, weil sie natürlich pampig wurden, weil wir zwei uns dort hingestellt hatten und auch mit vorn rein wollten. Wir kamen dann auch unter den ersten 10 mit rein und ich schoss sofort nach links, am FOH vorbei, Treppe runter und stand in der ersten Reihe, leicht links der Mitte. Genau da, wo ich hinwollte. Das hat die Damen offenbar irritiert, dass ich keinerlei Anstalten machte, mich noch mittig hinzudrängeln, wo sie sich schon absichtlich breitgemacht hatten. Praktischerweise warf die Bühne etwas Schatten auf die ersten 2-3 Reihen, so dass uns wenigstens nicht der Kopf glühte.

Rick Brantley

Kurz darauf betrat dann schon ein junger Mann die Bühne und stellte sich als Rick Brantley vor. Netter, gutaussehnder Typ mit Gitarre – das war doch schon mal kein schlechter Anfang. Mal sehen, wie der klingt!

Rick präsentierte uns in etwa 30 Minuten eine Handvoll seiner Songs und erzählte Anekdoten, forderte zum Mitmachen auf, was das Publikum begeistert annahm. Wir sangen laut und begeistert mit und Rick war total happy und freute sich, dass wir ihn so freundlich empfingen.
Ich würde mir glatt wünschen, Kiefer bringt ihn nochmal mit.
Rick spielt leicht verdaulichen Gitarrenrock, den er ganz alleine präsentierte. Nur er mit seiner Gitarre. Auf Platte klingt das Ganze dann natürlich vollständiger und nicht minder interessant. Ich hoffe, ich seh ihn nochmal live. Er hat Talent, ist ein netter Kerl und macht Spass!

Kiefer Sutherland

Es dauerte dann gar nicht mehr so lange, bis dann auch endlich Kiefer die Bühne betrat. Zuerst nahm seine Band die Plätze ein und zum Schluss kam Kiefer, mit Hut und Gitarre und legte erstmal kommentarlos los.
Zwar hatte ich sein Album, aber die Hälfte der Songs, die er uns präsentierte, kannte ich nicht. Die sind dann auf dem kommenden Album drauf.

So waren auch die ersten 3 Songs mir unbekannt, aber der zweite Titel “Something you love” blieb sofort hängen. Ist heute schon mein absoluter Lieblingstitel vom kommenden Album – in der Hoffnung, dass er dort auch drauf ist!

Kiefer rockt und tänzelt über die Bühne, aber schlägt auch besinnliche Töne an, ohne dass seine Songs dabei an Kraft verlieren. Er erzählt uns viele Anekdoten von seiner Familie, Kindheit und es dauert bis nach dem Konzert, dass einem bewußt wird: wenn der von seinem Dad spricht, redet der von Donald Sutherland! So führt eine Anekdote dann unweigerlich zu dem alten Ferrari seines Vaters, in dem ein 8-Track-Player war und er nur ein 8-Track-Album hatte. Zu seinem und unserem Glück war es eine Bob Dylan Platte und so beseitigt Kiefer mit Knockin’ on Heaven’s Door dann auch den allerletzten Zweifel daran, ob ein Hollywood-Schauspieler ein ernstzunehmender Musiker sein kann.
Ich hatte mich so wahnsinnig auf diesen Titel gefreut und habe auch aus Leibeskräften mitgesungen und da entdeckte er mich dann auch endlich und erkannte mich wieder und grüßte freundlich. Ja, ich war ganz kurz dezent geplättet. Aber gut, mein orangenes Harley Davidson Shirt leuchtete auch im Halbdunkel noch meilenweit :)

Zwischendrin allerdings setzte plötzlich ein Platzregen ein, der es in sich hatte. Fast eine Viertelstunde lang prasselte es nur so auf uns nieder. Kiefer war offenbar sehr fasziniert davon, dass wir stur stehen blieben und nur in den hintersten Reihen ein paar unters Dach flüchteten oder den Schirm aufspannten. Wir waren in kürzester Zeit nass bis auf die Socken.

Als die Zeit für die planmäßige Zugabenpause ran war, schiffte es noch immer massiv und Kiefer meinte: “Wir würden jetzt eigentlich verschwinden und warten, bis ihr uns wieder rausruft, aber wir bleiben einfach hier und machen direkt weiter, wenn das in Ordnung ist!” und wir haben ihn gefeiert.

Nach seinem Bob Dylan Ausflug wäre die Show planmäßig vorbei gewesen, aber ich konnte sehen, dass die Jungs gar nicht wirklich vom Bühneneingang verschwanden und kurz diskutierten. Als Belohnung fürs Durchhalten im Dauerregen bekamen wir dann noch mit Shirley Jean eine extra Zugabe geliefert. “Wir müssen uns beeilen, die schalten hier gleich den Strom ab!”

Nach knapp 90 Minuten war das Konzert vorbei.

Ganz ehrlich es war VIEEEEEEEEEEEEEEEEEL zu kurz! Sofort beschloss ich, auf der nächsten Tour, die er auch recht bald für das nächste Jahr ankündigte, wieder hinzugehen.

Fazit

Kiefer Sutherland – immer wieder! Menschlich ist er einfach wahnsinnig nett und wirkt auf der Bühne fast schon schüchtern, so überwältigt ist er von der Tatsache, dass Leute kommen und sich Songs anhören, die sie nicht kennen, wie er selbst sagt.
Wie er selbst vorm zweiten Titel sagte: “I’m not so much giving advice to other people, but if I did, this song would be it: Life is too short not to do something you love!” – und er hat offenbar mit der Musik gefunden, was er liebt. Er hat viel Spass, erzählt gern, bringt die Leute zum Lachen und ist einfach mit Herz und Seele bei der Sache.

Reinhören:

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