Steh- oder Sitzplatz – Wann sollte ich da sein?

Es gibt Konzerte und Venues, da gibt es pauschal nur Stehplätze zu kaufen. Häufig aber sind Ränge oder Emporen vorhanden, wo es auch Sitzplätze gibt.
Ich möchte euch ein paar Tips geben, wie ihr euch entscheidet und wann man am besten zur Veranstaltung kommt

Stehplätze

Bieten häufig den Vorteil, dass sie insgesamt günstiger sind und man meistens nah am Geschehen ist – bedingt. In einem Stadion ist häufig der gesamte Innenraum Stehplatz und wenn man da ganz hinten steht, kriegt man auch nicht mehr viel mit. Oder aber, wie bei Phil Collins 2019, direkt vor der Bühne gibt es Sitzplätze im Stadion, erst dahinter gibt es einen Stehplatzbereich.

In Hallen und kleinen Locations hat man vom Stehplatz definitiv mehr.

Wann sollte ich mich anstellen?

Das ist von diversen Faktoren abhängig:

1. Wie groß ist die Location?
2. Wo möchte ich stehen?
3. Wie begehrt ist der Künstler?

Zusammen ergeben diese Punkte eine Entscheidungskonstellation. Leute, die Stadien füllen sind IMMER begehrt. Hier haben durchaus mehr Leute den Wunsch, vorn zu stehen, als Platz dort ist.

Front Of Stage

Viele Künstler verkaufen daher mittlerweile sogenannte Front Of Stage Bereiche. Das ist ein abgetrennter Teil im Stehplatzbereich, direkt vor der Bühne, manchmal auch innerhalb der Bühne, wenn sie mit Runways ausgestattet ist, die außen herum gehen. Die können ordentlich zu Buche schlagen.

FOS bietet den Vorteil, dass man auch später noch in diesen vorderen Bereich gelangt und damit nicht bei spätem Zutritt tatsächlich ganz hinten steht. Ebenso ist im FOS auch reichlich Platz, so dass dort im Konzert auch genug Platz und Luft herrscht.

Auch bei U2 gibt es manchmal diese Bereiche, jedoch ohne gesonderte Tickets. Hier muss man sich dann anstellen, um reinzukommen, wobei nicht jeder, der sich anstellt, dort hinein will. Manche streben dann auch gleich die erste Reihe des normalen Stehplatzbereichs an.

Normaler Stehplatzbereich

Entweder gibt es nur diese oder aber sie beginnen hinter dem FOS Bereich und bieten eine eigene erste Reihe.

Wann denn nun?

Bei Künstlern wie Bruce Springsteen oder U2 muss man mitunter Tage vorher da sein, wenn man wirklich in die allererste Reihe will. Hierfür gibt es dann Nummernsysteme, so dass man nicht ununterbrochen vorm Venue rumlungern muss, das mögen die dort nämlich nicht.

Bei Hallen-Konzerten bei U2 hat dies nun auch schon Einzug gehalten.

Bei den meisten anderen größeren Konzerten, reicht es in der Regel noch immer, sich morgens anzustellen, an Werktagen mitunter auch mittags. Damit sollte immer noch mindestens die 2. Reihe drin sein.

Bei Hallenkonzerten hat man aber den Vorteil, dass der Innenraum wesentlich kompakter ist und man daher auch weiter hinten noch gute Sicht hat, dafür dann aber auch gern mehr Luft um sich herum. So reicht es dann, wenn man sich zu Einlassbeginn mit in die Schlange reiht.

Bei Bryan Adams kann man sich morgens anstellen und kommt in die erste Reihe. Da dies nur wenige hartgesottene sind, die das auf sich nehmen, kommt man hier auch kurz nach Türöffnung noch sehr weit nach vorn im FOS Bereich, aber auch hinter der zweiten Absperrung ist dann noch nicht viel los.

Kleine Venues

Bei kleinen Venues bis 2500 Leute ist es ziemlich unproblematisch. In der Regel sind auch die Konzerte dann nicht derart begehrt, dass mehr Leute in die erste Reihe wollen, als dort Platz für diese ist. Da reicht es dann, 30-60 Minuten vor Einlass da zu sein, um sich einzureihen. Aber da ist es dann auch nicht weiter tragisch, wenn man hinten steht, weil die Bühne nicht wirklich weit weg ist.

Wenn Ticket, Veranstalter und Venue unterschiedliche Startzeiten angeben, dann lieber ein Stündchen eher da sein und etwas warten und sich an der frühsten Zeit orientieren, die einer derer angibt. Wobei ich persönlich die vom Venue am verlässlichsten einstufen würde.

Sitzplätze

Ob man lieber einen Sitzplatz möchte, ist Geschmackssache. Bei Bruce Springsteen, der 3 Stunden spielt, kann es schon recht erholsam sein, sich zwischendrin mal hinzusetzen.

In Stadien besteht das Problem, dass Sitzplätze grundsätzlich weiter weg sind und die, die noch recht nah an der Bühne sind, oder weiter unten, sind dann ziemlich teuer und man ist trotzdem relativ weit weg vom Geschehen.

Auf der anderen Seite kann man von einem “Nosebleed Seat” (so schlecht, dass man Nasenbluten kriegt) auch wunderbar das gesamte Geschehen überblicken, wie man hier sehen kann:

Das ist die Rose Bowl in Pasadena bei der U2 Tour 2017 und ich saß tatsächlich fast in der letzten Reihe in diesem Block.

Gerade wenn man sich eine Tour öfter ansieht, kann es sehr viel Spass machen, öfter mal die Perspektive zu wechseln.

In Arenen hingegen sind Sitzplätze sehr praktisch und brauchbar. Man ist immer noch recht nah dran, kann es sich auch mal gemütlich machen und muss sich nicht stundenlang anstellen.

Wenn ein kleines Venue eine Empore mit ein paar Sitzplätzen hat, sollte man das durchaus in Erwägung ziehen. Das gibt häufig einen ganz interessanten, anderen Einblick.

Wann bei Sitzplätzen zum Konzert gehen?

Nun, das hängt etwas vom Künstler ab und von der Einlasszeit. Wenn der Einlass nur 1 Std vor dem offiziellen Beginn ist, kann man ruhig um die Zeit der Türöffnung da sein. Dann kann man drinnen nochmal auf die Toilette, etwas essen oder trinken.
Wenn man den Künstler kennt und weiß, der kommt eh immer zu spät – U2 hatten 2015 19.30 drauf stehen, Bono betrat pünktlich jeden Abend um 20.37 das Geschehen – kann man sich natürlich Zeit lassen.

Auch bei der Rose Bowl stand 18 Uhr Beginn drauf und wir wussten, die Vorband fängt nicht vor 18.30 an und so stellten wir uns erst kurz vor 6 in die Schlange und waren 20min später dann auf unserem Platz.

Bei jemandem wie Mark Knopfler sollte man überpünktlich sein, der steht Punkt 8 Uhr auf der Bühne, wenn das auf dem Ticket angegeben ist, Bryan Adams ist ebenfalls sehr pünktlich. Auch Bruce Springsteen läßt sich da selten lumpen und taucht recht zeitnah auf. Nicht zuletzt auch, weil der sonst den vielerorts herrschenden Zapfenstreich überschreiten würde.

Fazit

Sitzplätze sind zeitlich gesehen absolut unproblematisch. Denn der Platz ist einem sicher, auch wenn man kurz vor knapp kommt. Wer bei Stehplatzshows ohne gesondert verkauften FOS Bereich ganz vorn stehen will, muss sich mit zeitigem Anstellen anfreunden. Ebenso, wer im FOS ganz vorn stehen will.
Bei kleinen Venues ist alles sehr easy und einfach, die erste Reihe ist da auf Wunsch immer problemlos hinzukriegen, aber auch weiter hinten ist da kein Problem.

So oder so – die Hauptsache ist, ihr habt Spaß!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*